Es gibt einen Witz über die Haltung der Kanadier, den wir jetzt schon von verschiedenen Seiten gehört haben. Der geht so: Wenn ein US-Amerikaner sauer ist auf seinen Nachbarn, weil der ihn zum wiederholten mal stört, dann sagt der Amerikaner: „Jetzt reicht es mir, ich werde mein Gewehr holen und ihn erschießen.“ Wenn ein Kanadier in der selben Situation steckt, sagt er: „Jetzt reicht es mir aber, ich werde mich jetzt hinsetzen und ihm einen Brief schreiben.“

Grizzly mit JungemAls Reiseziel ist Kanada sicherlich auch so beliebt, weil es zahlreiche Möglichkeiten zur Wildbeobachtung gibt. Vor allem der Westen mit den Rocky Mountains bieten tierische Attraktionen. Die typischen Vertreter sind Schwarz- und Grizzlybären (= Braunbären), Elche und das Nationaltier: der Biber. Es gibt aber auch einige Hirscharten (Maultier- und Weißwedelhirsche), Gabelböcke (der einzige lebende Vertreter der Gabelhornträger) und sogar Pumas, die auch als Berglöwen bzw. Cougar bezeichnet werden. Weniger bekannt und wahrscheinlich für den Menschen weitgehend unsichtbar sind der Vielfraß (Wolverine) und der Rotluchs (Bobcat). In den südlichen Prärien in Alberta, Saskatchewan und Manitoba leben sogar Schlangen (Klapperschlange und Bullennatter).

Anflug auf CalgaryEnde November war ich zu einem Vorstellungsgespräch von Abbotsford (bei Vancouver) nach Calgary in Alberta geflogen. Der Flug dauert ca. 1 Stunde. Von dort musste ich 300 km auf dem Highway 2 einem Freeway nach Süden fahren. Als Highway wird jede öffentliche Straße bezeichnet. Eine Autobahn heißt in Kanada/USA „Freeway“ und in England „Motorway“. In Kanada liegt die Höchstgeschwindigkeit auf Freeways bei 80-120 km/h.

Die Gründung von British Columbia fand in Fort Langley statt.Während in Europa 100 Kilometer eine weite Entfernung ist, sind in Kanada 100 Jahre wie eine Ewigkeit. Alles was ein bisschen Geschichte hat, wird zu einem Museum. Museen sind grundsätzlich sehr interessant, aber meist nach kurzer Zeit unheimlich ermüdend. In Kanada aber sind manche Museen Erlebniswelten. So auch das 1827 gegründete Fort Langley (60 km östlich von Vancouver), wo 1858 die Kronkolonie British Columbia gegründet wurde. Das Fort Langley diente – wie auch viele andere – als Handelsstützpunkt vornehmlich der Hudson Bay Company für den Handel mit den Indianern. Ein Besuch in der Geschichte eines jungen Landes.

In Kanadischen Supermärkten gibt es jede Menge lose Lebensmittel.  Nun will ich mal endlich etwas über das Einkaufen in Kanada berichten. Es ist schon verrückt, da haben wir unser ganzes Leben lang schon Einkäufe erledigt und in Kanada brauchen wir scheitern wir fast daran, dass wir den Einkaufswagen nicht von der Kette bekommen. Das Geldstück will einfach nicht in den Schlitz rein. Doch ein bisschen Glück gehört zu jedem Abenteuer, es steht ein Wagen frei herum. Es dauert zwei Wochen, bis wir das Geheimnis der kanadischen Einkaufswagen gelöst haben.

Einfahrt zu MK'MIP Campingplatz in OsoyoosDen wohl schönsten Campingplatz auf unserer bisherigen Reise fanden wir in Osoyoos. Der NK’MIP (sprich: in-ka-miep) Campingplatz wird von der Osoyoos Indian Band geführt und befindet sich in deren Reservat im fruchtbaren Okanagan Tal im Süden British Columbias. Der Campingplatz ist Teil eines Resorts zu dem außerdem ein 4-Sterne Hotel, ein Weingut, ein Golfplatz und ein Museum, das Desert Cultural Center, gehören. Hier vereinen sich Kunst, Natur, Geschichte und Gegenwart.

Die Band Sunny Boys spielte auf dem Oktoberfest in Osoyoos.Osoyoos ist ein etwa 5000 Einwohner zählender Ort im Süden des Okanagan Valley. Das fruchtbare Tal im Süden der Provinz British Columbia ist landesweit bekannt für seinen Obst- und Weinanbau. Osoyoos hat im Jahresschnitt die höchsten Temperaturen Kanadas. Mit ein Grund, warum sich viele Rentner hier zur Ruhe setzen. Zwischen Einheimischen, Zugezogenen und kanadischen Campern, die sich Stück für Stück in wärmere Gefilde vortasten und demnächst als sogenannte Snowbirds in den Süden der USA weiterziehen, haben wir an unserem ersten Oktoberfest teilgenommen.

Maus am Werk - angeknabberter MüsliriegelVor kurzem hatten wir einen ungebetenen Gast im Wohnmobil. Zuerst war es nur eine Vermutung, als eines morgens zwei Müsliriegel an einer Ecke angeknabbert waren. Sie lagen in einer der Schubladen unter der Spüle. Dahinter befindet sich viel Hohlraum, durch den Leitungen gezogen sind. Als erste Maßnahme räumten wir die Schublade aus und packten die Lebensmittel in eine Schublade, die sich unter einer der Sitzbänke befindet. Keine gute Idee wie sich später herausstellte.

Gefahrene Strecke: 9.581 km
Google Maps Strecke: 8.109 km

Leider stellt Google Maps die Strecke von Elk Island National Park (nach Edmonton) bis Prince Albert nicht dar - wir sind die kürzeste Strecke quer rüber gefahren.


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Der Kreis schliesst sich: wir sind am Ausgangspunkt unserer Reise angekommen, in Abbotsford, wo wir unser Wohnmobil bei der Firma Fraserway RV gekauft haben.


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