20 Zentimeter Neuschnee auf dem CampingplatzVor einigen Tagen begann es zu Nachts schneien. Es war wunderschön, vom warmen Wohnmobil die Schneeflocken im Schein der Lampen des Campingplatzes herabrieseln zu sehen. Am nächsten Morgen wurden wir vom Kratzen der Schneeschaufeln um uns herum geweckt. Ich bin dann auch raus und konnte eine der beiden Schaufeln unserer Nachbarin benutzen. Wir schaufelten recht großräumig um unsere Wohnmobile 20 Zentimeter nassen, schweren Schnee beiseite, denn es war noch mehr Schnee vorausgesagt. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir aber noch nicht, was uns noch bevor stehen würde.

Winter im Lower Mainland

Internetseite der staatlichen kanadischen WettervorhersageDie Fahrwege auf dem Campingplatz werden nicht geräumt und ein Dauerbewohner erzählte, dass es vor ein paar Jahren einmal für ein paar Tage nicht mehr möglich gewesen sei, den Campingplatz mit dem Auto zu verlassen. Man muss wissen, dass die Winter hier in der Gegend um Vancouver die mildesten in ganz Kanada sind. Daher werden die Bewohner des sogenannten Lower Mainlands von British Columbia auch als wimpy bezeichnet, wir würden dazu Memmen sagen. Hier bricht Panik aus, wenn ein wenig Schnee fällt. Obwohl es dann doch nicht so heftig wie angesagt schneite, schippten wir die nächsten beiden Tage leichten, lockeren Pulverschnee.Camping im Schnee Die Temperaturen waren so um die minus 5 bis 7 Grad nachts, kein Problem für unser Wohnmobil. Doch dann, am vierten Tag meldete der Wetterbericht plötzlich für nachts bis minus 14 Grad – Grund war ein arktischer Wettereinfluss. Wir stellten in dieser Nacht die Heizung extra höher, da sie auch die Wassertanks beheizt. Den Wasserschlauch für die Wasserversorgung des Wohnmobils hatten wir schon vor Wochen mit einem Heizkabel und Isolierung gegen Einfrieren gesichert.

Rohrbruch

Manche schippen SchneeGegen acht Uhr morgens wurden wir durch ein kräftiges Klopfen an der Frontscheibe geweckt. Es war unser Nachbar, der sagte, dass aus unserem Wohnmobil Wasser herausliefe, wahrscheinlich sei eine Wasserleitung geplatzt. Na super, dachte ich, zog mich an und ging raus. Aus einem Staufach an der linken Seite lief fast in Strömen das Wasser heraus. Ich musste erst einmal den Schlüsselbund holen, um es aufschließen zu können, dabei rief ich Frank zu, dass wir ein Problem haben. In dem Fach stand das Wasser etwa zwei Zentimeter hoch. Nachdem ich die darin gelagerten Sachen (nichts empfindliches) in Sicherheit gebracht hatte,  stellte ich die Wasserzufuhr zum Wohnmobil ab. Mit einer Autowaschbürste fegte ich das Wasser so gut wie möglich aus dem Fach heraus. Inzwischen kam auch Frank an gehumpelt, er kann nach seinem Knöchelbruch schon kurze Strecken ohne Stützen gehen. Wir konnten keinen Schaden an den Leitungen, die in diesem Fach entlanglaufen erkennen und befürchteten, dass der Rohrbruch tiefer im Innern passiert ist.

Jetzt stellte sich die Frage, was tun? Wir entschlossen uns den Wasserboiler auszuschalten. Danach riefen wir einen mobilen Wohnmobilmechaniker an, um uns fachmännischen Rat zu holen. Er kam nach einer Stunde und erkannte im Gegensatz zu uns Greenhorns sofort, dass da ein Riss in einer der sichtbaren Leitungen war. Wir sollten einen Heizlüfter in das Fach stellen, um die Rohre warm zu halten. Er ließ dann noch an einer anderen Stelle Restwasser aus dem Wasserboiler ab, damit dort nichts eingefrieren kann. Mehr konnte er nicht machen, wir müssen warten, bis die Temperaturen auf über Null Grad steigen, das soll voraussichtlich in drei Tagen eintreten.

Trockencamping

Die kalten Temperaturen ließen lange Eiszapfen wachsenNun duschen wir im Waschhaus des Campingplatzes, haben mit Wasser gefüllte Kanister zum Spülen bereitstehen und sind zum sogenannten Trockencamping ohne Wasserversorgung gezwungen. Die Abwassertanks können wir noch benutzen, denn die Tanks werden von der Heizung mit erwärmt, zusätzlich haben wir Frostschutzmittel in die Tanks gefüllt und in dem Fach indem die Abwasserauslassrohre sind, steht jetzt auch noch ein zusätzlicher Heizlüfter. Unser Wohnmobil hat eigentlich eine ganz gute Isolierung der Staufächer und eben die Heizung der Tanks, so dachten wir gut genug geschützt zu sein. Doch nun werden wir durch Schaden mal wieder klüger...

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