Die beliebteste Urlaubszeit bei Touristen, die aus Europa nach Kanada kommen, sind die Sommermonate Juli und August. Wer seine Reisezeit auf den September oder Oktober verlegt, kann die Vorzüge nicht überfüllter Campingplätze und Touristenattraktionen genießen. Die Preise für Wohnmobile und Campingplätze sind oft reduziert und obendrein erlebt man die in liebliche Herbstfarben getauchte Landschaft.

Während der Indian Summer im Osten Kanadas mit seinen sich intensiv gelb, orange und rot verfärbenden Bäumen viele Besucher anzieht, ist der Reiz des Herbstes der westlichen Provinzen weniger im Fokus der Reisenden. Das ist schade, denn in dieser Zeit kann man in den Prärieregionen Albertas und Saskatchewans der dort im Sommer vorherrschenden Hitze entgehen und die Gefahr von Frost ist sehr gering. Die Prärie zeigt sich goldgelb, die Bäume beginnen in kräftigem Gelb zu leuchten und die Wapiti-Hirsche, die sich in den Niederungen der Nationalparks wie z.B. in Banff oder Waterton in großen Herden zur Brunftzeit zusammen finden, sind dann leicht zu beobachten.

Herbst zwischen kühl und heiß

Auf unserer Reise begann der Herbst schon um den 25. August im Yukon, wo wir die ersten sich verfärbenden Blätter sehen konnten. Der Sommer war in diesem Jahr im Westen Kanadas und auch im Yukon eher kühl und nass, so dass das Thermometer im Yukon nachts schon Richtung null Grad ging, die Tage waren mit um die 16 Grad auch recht kühl und regnerisch.Zehn Tage später, also Anfang September und 2000 Kilometer weiter südwestlich in Edmonton, der Hauptstadt Albertas, suchten wir Abkühlung in der gekühlten West Edmonton Mall, da die Temperaturen auf um die 30 Grad kletterten. Auf unserer weiteren Fahrt nach und durch Saskatchewan vom 9. bis 19. September erlebten wir wunderschöne Sonnentage, aber auch Regen. In Saskatoon fiel das Thermometer am 14. September nachts angeblich bis auf minus sechs Grad, auch am Tag ist es recht frisch, doch wir radelten bei Sonnenschein fröhlich am South Saskatchewan River entlang. Etwas weiter südlich bei dem verschlafenen Prärieort Leader schwitzten wir auf dem Stoppelfeld eines Farmers, den wir interviewten und stapften bei herrlich blauem Himmel über riesige Sanddünen, die Great Sandhills.

Am 20. September kamen wir bei strömendem Regen im Writing-on-Stone Provincial Park im Süden Albertas an, und freuten uns am kommenden Tag über Sonnenschein und Wärme, so dass ein Sonnenbad am Milk River für Entspannung sorgte. Mit den heißen Temperaturen des Chinook Windes reisten wir weiter zum Waterton Lakes National Park, wo wir um den 25. September Temperaturen bis 28 Grad erlebten. Im Laufe der kommenden Woche kühlte es ab und Regen und Sonnenschein gaben sich die Hand. Etwas weiter westlich im Okanagan Valley im Süden Britisch Columbias, standen die Weinreben Mitte Oktober kurz vor der Ernte und auch hier erlebten wir herrlich sonnige Tage mit Temperaturen bis 18 Grad Celsius.

Hier gibt es die aktuellen Wetterdaten für Kanada

Campingplätze

Es gibt zwar ganzjährig geöffnete Campingplätze, doch die meisten sind Saisonbetriebe. Wichtige Stichtage sind die Feiertag am ersten Montag im September (Labour Day) und der zweite Montag im Oktober (Thanksgiving). Nach dem langen Wochenende im September senken manche Campingplätze ihre Preise, was den Camper erfreut, andererseits werden in abgelegenen Gebieten manche schon geschlossen. Weitere Campingplätze schließen nach dem langen Wochenende im Oktober oder Ende Oktober, manche bleiben bis Ende November geöffnet. Zu empfehlen sind Campingführer, die es in den Tourist Informationen gibt. Vor allem wer im Herbst in weniger touristische Regionen fährt, sollte sich vorher zu erkundigen, welche Campingplätze noch geöffnet haben. Nach dem langen Wochenende im Oktober ist das Angebot an Campingplätzen vor allem in den Prärieprovinzen Alberta und Saskatchewan und den Rocky Mountains eingeschränkt. In der Küstenregion in British Columbia bleiben viele Campingplätze wegen der milderen Temperaturen ganzjährig geöffnet. Auf Campingplätzen in National- und Provincial Parks, die nach Thanksgiving geöffnet bleiben,  wird meist die Wasserversorgung wegen Frostgefahr eingestellt. Das heißt, Duschen und WC sowie fließend Wasser gibt es dann nicht mehr.

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