Stikine RiverDease Lake (sprich: Diehs Läik) sollte nur ein kurzer Zwischenstopp auf unserem Weg nach Whitehorse werden. Das Wohnmobil auf dem geschotterten Campingplatz abstellen, beim wortkargen Eigentümer 28 $ bezahlen, im gegenüberliegenden Restaurant schnell was zu Abend essen und dann ab ins Bett, mehr wollen wir nach der langen Fahrt nicht.

Kirschen werden zum Verkauf angebotenBei Kanada denken immer alle an kaltes Wetter, viel Schnee und Winter. Aber das ist nicht die einzige Seite Kanadas. Zur Zeit gibt es hier überall Beeren in Hülle und Fülle zu kaufen. Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, auch zum Selbstpflücken. Schon in Vancouver haben wir uns ständig mit Blaubeeren versorgt und genießen sie vor allem im Müsli oder einfach mit Sour Cream. In der Nähe von Vancouver z.B. in Abbotsford gibt es riesige Beeren Plantagen. Wir kamen an einer vorbei, die nannte sich Blueberry Junction - ein herrlicher Begriff.

Bahnhof in Pemberton Als wir vom Nairn Falls Provincial Park nördlich von Whistler aufbrechen, lassen wir es uns nicht nehmen im drei Kilometer entfernten Pemberton anzuhalten und die kleine Stadt im Westernlook zu besichtigen. Das Wetter ist herrlich sonnig, die Luft angenehm kühl. Ringsum blickt man auf Berge, auf deren Gipfel immer noch Schnee liegt. Die Straßen sind breit und leer, es ist ruhig hier, weder am Bahnhof, noch beim Greyhoundbus davor oder dem Pemberton Hotel gegenüber sind Menschen zu sehen. Nur im „The Pony“ ist jede Menge los.

An der Sunshine Coast hätten wir locker drei Wochen Urlaub verbringen können. Am liebsten einen Erholungsurlaub mit Strandspaziergängen an Ufern, die mal am Pazifischen Ozean und mal an ruhigen Gewässern an sich lang ins Land hineinstreckenden Meeresarmen liegen. Ab und an eine kleine Wanderungen durch bezaubernde Parks wie den Smuggler Cove Provincial Park. Ein nur 1,5 Kilometer langer Weg führt durch Wälder mit Erdbeerbäumen (Arbutus menziesii) und Tannen vorbei an einer Biberburg und hinaus an eine malerische Bucht, umrandet von rundgeschliffenen Granitfelsen.

In den ersten Wochen in Kanada ist es selbst ein kleines Abenteuer einen Kaffee und ein belegtes Brötchen zu bestellen. Sei es Starbucks, Tim Hortens oder Mac Donalds,  oder auch in einem guten Restaurant, man muss immer mit unerwarteten Zusatz-Fragen rechnen. Hier kommt ein Beispiel was wir in den ersten Tagen bei Tim Hortens, einem Ur-kanadischen „Kaffeehaus“ mit Fast-Food-Ketten-Charme erlebten.

Wir haben Vancouver verlassen und sind jetzt an der Sunshine Coast, wo es sonnig sei, sobald es nicht regnet, wie ein Einheimischer sagte, den wir bei dicker Bewölkung am Ufer trafen. Die Sunshine Coast liegt nördlich von Vancouver, eigentlich nur einen Steinwurf entfernt, es gibt aber keine Straße dorthin. Die einzige Verbindung ist eine Fähre, die täglich acht mal verkehrt, die Überfahrt dauert 40 Minuten und ist allein schon die Reise wert.

Typisch kanadisches FrühstückWährend unser Wohnmobil warten muss, bis es auf die große Hebebühne darf, um untersucht zu werden, nutzen wir die Zeit, um frühstücken zu gehen. Unweit der Werkstatt liegt das Zentrum von Cloverdale. Entlang der Hauptstraße reihen sich Geschäfte und Restaurants aneinander. Die Architektur ähnelt wie in allen anderen Kleinstädten, die wir bisher gesehen haben, einer Westernstadt, die Gebäude sind meist nur ein- oder zweistöckig und haben dies Fassaden, wie wir sie aus Wildwest-Filmen kennen. Nur stehen davor keine Pferde, sondern Autos und die Straße ist nicht staubig, sondern geteert. An den Straßenlaternen hängen auffallend üppig und in leuchtenden  Farben blühende Pflanzen.

Unsere erste Woche im Wohnmobil verbringen wir mit Warten auf unsere zwei Paletten aus Teneriffa, und dem Beseitigen von Pannen. Eigentlich dachten wir noch ein wenig Vancouver genießen zu können.

Nach vier Wochen in Vancouver, in denen wir ein Wohnmobil gesucht, ausgewählt und gekauft haben, ziehen wir endlich in unser neues, fahrendes Heim ein. Eigentlich könnte jetzt die Reise beginnen, aber wir warten noch auf unsere Sachen aus Teneriffa. Fraserway RV hat uns freundlicherweise mit Dingen wie Bettdecken, Kissen, Handtüchern und Geschirr versorgt, so dass wir die ersten Tage überbrücken können, bis unsere zwei Paletten mit Umzugskartons ankommen.

Vancouver

An einem herrlichen Sonntag Vormittag, nach einer Woche Wohnmobilsuche, gönnen wir uns mal einen richtigen Ausflug und fahren mit den Skytrain nach Downtown. Man fährt hier nämlich nicht in die City oder etwa ins City Center sondern nach Downtown (Innenstadt). Unser Ziel ist ein Fahrradvermieter, denn wir wollen heute den Stanley Park kennenlernen. Diese grüne Lunge Vancouvers liegt am Ende der Landzunge, auf der auch die Innenstadt von Vancouver liegt. Auf der einen Seite wird diese von einem Meeresarm, dem Burrard Inlet, umgeben, der sich weit ins Land hineinstreckt, auf der anderen Seite erstreckt sich die English Bay.

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