Die Gründung von British Columbia fand in Fort Langley statt.Während in Europa 100 Kilometer eine weite Entfernung ist, sind in Kanada 100 Jahre wie eine Ewigkeit. Alles was ein bisschen Geschichte hat, wird zu einem Museum. Museen sind grundsätzlich sehr interessant, aber meist nach kurzer Zeit unheimlich ermüdend. In Kanada aber sind manche Museen Erlebniswelten. So auch das 1827 gegründete Fort Langley (60 km östlich von Vancouver), wo 1858 die Kronkolonie British Columbia gegründet wurde. Das Fort Langley diente – wie auch viele andere – als Handelsstützpunkt vornehmlich der Hudson Bay Company für den Handel mit den Indianern. Ein Besuch in der Geschichte eines jungen Landes.

Lebendige Geschichte

Lebendiges Museum mit Schmiede in ActionWährend einem in deutschen Museen unzählige langatmige Texte auf Tafeln präsentiert werden, um einen Sachverhalt zu erklären, trifft man hier beim Durchschreiten des Tores auf Menschen in historischen Kostümen, die dem fast 200 Jahre alten Fort mit einem originalen und mehreren nachgebauten Holzgebäuden Leben einhauchen. An der Feuerstelle im Zentrum der rechteckigen Anlage erzählt eine junge Frau in langem Blümchenkleid und Haube Geschichten von früheren Bewohnern des Forts. In der Schmiede wird aus Eisen ein Haken geschmiedet. Wie zu alten Zeiten wird dann der Haken gegen etwas anderes getauscht. Besucher, die Schokolade anbieten können, haben bei der jungen Schmiedin gute Chancen, ins Geschäft zu kommen. In den verschiedenen Gebäuden sind Wohnungen, Lagerräume und eine Fassbinderei untergebracht. An der Fellpresse, kann man sehen, wie die Fellballen vor dem Transport zusammen gepresst wurden.

Dreieinhalb Biberfelle für eine Decke

Dieser freiwilliger Akteur führt die Besucher in die Zeit des Tauschhandels zwischen Hudson Bay Company und den Indianern Im Big House (Großes Haus), dort wo einst die Zeremonie zur Gründung British Columbias stattfand, sitzt in einem Gesellschaftszimmer mit schweren antiken Möbeln ein Angestellter der Hudson Bay Company in Frack und Zylinder und klärt die Besucher über die Zusammenhänge der Hudson Bay Company und dem Handel mit Fellen auf. Der ehemalige Lehrer, der als Freiwilliger im Museum für Lebendigkeit sorgt, übergibt mir eine Lammwolldecke der Hudson Bay Company (HBC), damit ich ihr Gewicht fühle, sie ist sehr schwer und mindestens vier Meter lang. Ein Besucher meint, damit könne man ja eine ganze Familie einwickeln. Doch wir werden aufgeklärt, dass sich mit einer solchen Decke ein Mensch auf eine bestimmte Art so einwickeln kann, dass er damit bis zu minus 40 Grad Celsius gut aushalten kann. Diese Decken tauschte die HBC bei den Indianern gegen dreieinhalb Biberfelle ein. Biberfelle waren in dieser Zeit in Europa sehr begehrt, aus ihnen wurden die trendigen und sehr teuren Zylinder gefertigt. In Windeseile rechnet er vor, wie viel Profit die HBC mit dem Handel machte. Unglaubliche Summen kommen dabei heraus. Die Decken wiederum waren für die Indianer sehr wertvoll, da sie selbst solche Decken nicht herstellen konnten. Wer langfristig gesehen den besseren Nutzen aus diesem Geschäft gezogen hat, liegt auf der Hand.

Wer beim Goldrausch am meisten verdient hat

Das Lagerhaus ist das einzige Original Gebäude des FortsSpäter, so erzählt der Herr im Frack, als im Fraser River Gold gefunden wurde, schickte die HBC einige Männer in den Süden der USA. Dort haben diese von ihren riesigen Goldfunden berichtet und lockten damit Massen von Goldsuchern an. Der Plan der HBC ging auf und sie machte viel Geld, indem sie den Goldsuchern alles verkaufte, was diese brauchten, von Sardinendosen bis zu Schaufeln. Von den vielen Goldsuchern aber wurden nur wenige richtig reich.  Am Ende gibt es Beifall von den Besuchern, die den Ausführungen gespannt gelauscht haben und es liegt eine nachdenkliche Stimmung im Raum. Geschichte wiederholt sich.

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