hands decorating christmas cookiesHeute hatte ich eine ganz besondere Einladung. Einige Damen aus Waterton und Umgebung haben mich in ihren Kreis der Weihnachtsplätzchen-Bäckerinnen aufgenommen. Richtig weihnachtlich schneite es an diesem Morgen und als ich an Barb’s Haus ankam, stand da ein Fuchs in herrlich dickem Winterpelz auf der Einfahrt. Es ist keine Seltenheit, dass Füchse durch Waterton streifen und so hab ich meine Sachen aus dem Kofferraum geholt und dann war der Fuchs auch schon verschwunden. Barbs Mann ergriff auch die Flucht, angesichts der vielen Frauen, die begannen die Küche in Beschlag zu nehmen und lautstark tratschen und kicherten.

Fast wie Karneval

Darleen hatte in irgendeiner alten Kiste bei ihrer Mutter Weihnachtsdekoration für unsere Köpfe entdeckt, so dass sich jede Bäckerin mit Tannenbäumen, Schneemännern oder Elchgeweihen dekorierte. Das ging natürlich nicht ohne lautstarkes Gelächter vor sich. Ich muss sagen, die kanadischen Damen sind recht locker drauf und machen gern aus allem einen Spaß – zumindest diese hier am Rande der Prärie.

So  haben sie sich vor ein paar Jahren dazu entschlossen sich nicht nur wie oft üblich einfach nur zum Austausch vonBunt dekorierte Weihnachtsplätzchen Weihnachtsplätzchen, dem sogenannten „trade“ oder Handel zu treffen, sondern gleich zusammen zu backen. Treffpunkt war um 9:30 morgens, jede hatte zwei Rezepte und die entsprechenden Zutaten mitgebracht. Manche Plätzchen ähneln deutschen Rezepten, Sugar cookies, sehen aus wie unsere Butterplätzchen. Barb hatte allerhand Dekomaterial besorgt, mit dem dann jede ihren Teil der Plätzchen dekorierte. Alle gebackenen Kekse werden nämlich gleichmäßig auf alle Teilnehmerinnen verteilt. Auch die in Kokosflocken gerollten Dattelkugeln von Peggy sind etwas, was mir nicht unbekannt war, ebenso wie andere Varianten von Mürbteigplätzchen.

Seltsame Zutaten

Cornflakes gemischt mit geschmolzenen Marshallows in einer SchüsselIn Staunen versetzt hat mich allerdings die Massenweise Verwendung von Marshmallows und Puffreis in Weihnachtsgebäck. Darleen tauchte  Marshmallows in geschmolzenem Toffee und rollte sie in Puffreis, das ganze muss nur trocknen, es wird nicht gebacken. Was ich nicht wusste, ist dass man Marshmallows schmelzen kann. In diese Masse gaben Barb und Di dann etwas Vanillearoma aus der Flasche und Puffreis in Weihnachtsfarben (grün, rot, weiß). Die Masse erkaltet in einer Auflaufform und kann dann in Stücke geschnitten werden. Etwas aufwendiger war die Cornflakes Variante. Hierbei werden Cornflakes in die geschmolzenen Marshmallows gerührt und grüne Lebensmittelfarbe dazugegeben, das gibt so eine schöne Weihnachtsbaumfarbe. Dann haben wir kleine Häufchen daraus gemacht und mit roten Herzen und silbernen Kugeln dekoriert.

Mein Beitrag waren Hildabrötchen mit Erdbeermarmelade und ein Quarkstollen-Konfekt nach einem Rezept von Chefkoch.de. Wie es den Kanadiern schmeckt? Keine Ahnung, denn probiert wird erst an Weihnachten. Weihnachtsbäume werden hier aber schon am 1. Dezember aufgestellt, so Prächtig geschmückter Weihnachtsbaumstand in Barbs Wohnzimmer ein prächtig und sehr üppig dekorierter Baum. Den wir während des Mittagssnacks mit Gurkensandwich, Oliven, in Schinken gerollten grünen Spargel und gefüllten Eiern bestaunt haben

In fremden Küchen

Ein bisschen wie von einem anderen Stern kam ich mir vor, als ich mir die Küchenmaschine, eine Kitchen-Aid, erklären lassen musste. Kam mir vor als ob ich noch nie gebacken hätte. Es ist schon komisch, wenn man plötzlich die alltäglichsten Geräte nicht aus dem Stehgreif bedienen kann, weil sie einfach anders sind, als gewohnt. Das Selbe gilt für die Backöfen. Die Backöfen sind ja hier viel größer als in Deutschland, wahrscheinlich müssen da zwei Truthähne reinpassen. Der Ofen in unserem Apartment ist ganz neu bestellt worden, als wir eingezogen sind. Doch es war kein Backblech dabei, sondern nur ein Gitter. Verschiedene Plätzchen in KeksdosenUnd schon die ganze Zeit fragte ich mich, wo ich ein Backblech her bekomme. Doch es gibt gar keine Backbleche, wie ich jetzt erfahren habe, sondern „Cookie sheets“, zwei davon passen auf das Gitter. Eine Pizza passt allerdings nicht auf das Cookie sheet, dafür braucht man dann ein rundes Blech. Andere Länder, andere Sitten. Am Nachmittag waren wir dann fertig und jede von uns ging mit 12 Sorten Weihnachtsgebäck nach Hause. Echt praktisch.

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