In Kanadischen Supermärkten gibt es jede Menge lose Lebensmittel.  Nun will ich mal endlich etwas über das Einkaufen in Kanada berichten. Es ist schon verrückt, da haben wir unser ganzes Leben lang schon Einkäufe erledigt und in Kanada brauchen wir scheitern wir fast daran, dass wir den Einkaufswagen nicht von der Kette bekommen. Das Geldstück will einfach nicht in den Schlitz rein. Doch ein bisschen Glück gehört zu jedem Abenteuer, es steht ein Wagen frei herum. Es dauert zwei Wochen, bis wir das Geheimnis der kanadischen Einkaufswagen gelöst haben.

Spare am Essen

Käse ist ziemlich teuer in KanadaWir sind bei der Supermarktkette Save-on-foods – Spare bei Lebensmitteln – eigentlich ist das gar nicht unser Motto, da wir gerne bereit sind für gute Lebensmittel etwas mehr zu bezahlen. Nach den ersten Metern aber kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Irgendwie scheinen die Preise ziemlich hoch zu sein. 6,59 $ (4,75 €) für 1kg Nektarinen, 3,51 $ (2,53 €) für ein Kilo Äpfel. 200 Gramm Schweizer Käse (aus Kanada, nicht importiert) geschnitten kosten 5,61 $ (4,04  €). Eine Tafel Lindt Excellence Schokolade kostet 3,46 $ (2,49 €), die billigste Butter zu 500 Gramm 4,49 $ (3,24 €). Meist rechnen wir nicht um, und sehen Dollars wie Euros. Das ist zwar nicht ganz richtig, aber man hat uns auch schon gesagt, dass man das so sehen könnte, da die Löhne hier auch niedriger wären. Es gibt aber auch Lebensmittel, die recht günstig sind. So kauften wir Wildlachs für nur 17,61 $ (12,70 €) das Kilo.

Einkaufen – aber nicht auf die Schnelle

Unsere Lebensmitteleinkäufe dauern immer noch ziemlich lange, weil uns die Produktmarken und ihre Verpackung vollkommen unbekannt sind und das Angebot riesig ist. So gehen wir immer alle Regalreihen aufmerksam durch und entdecken immer wieder neues – und das dauert. Wir staunen wir über das reichhaltige Angebot auch an asiatischen, indischen und koscheren Lebensmitteln; mundfertig geschnittenem Obst und an grammweise abfüllbaren Waren. Da gibt es Gewürze, alle möglichen Nüsse, Trockenfrüchte, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Couscous und Bonbons und Schokolade. In der Kuchenabteilung haben wir schon Schwarzwälder Kirschtorte entdeckt und in der Wursttheke finden sich neben italienischem Prosciutto und spanischer Chorizo auch Landjäger, Schinkenspeck und Black Forest Ham. Letzterer ist zwar ein gekochter Schinken, doch als solcher schmeckt er gut.

Großpackungen

Landjäger in einem kanadischen SupermarktGewöhnungsbedürftig sind die Großpackungen. Milch wird in Zwei- und Vier-Liter Packungen angeboten, wahlweise in TetraPack oder Plastikkanister. Irgendwann entdeckten wir, dass es Milch auch in Ein-Liter Packungen gibt, da hatten wir uns aber schon an die Zwei-Liter Packung gewöhnt und da diese billiger ist und bisher nie schlecht wurde, blieben wir dabei. Saure Sahne (Sour Cream), die in Deutschland in 150 oder 200 Gramm Bechern verpackt ist, gibt es hier in 250 Gramm Bechern, das sind die kleinen Portionen, Standard sind 500 Gramm Becher. Die Standard-Butter ist 500 Gramm schwer.
Mittlerweile ist uns auch klargeworden, warum die Kanadier die Großpackung lieben. Auf dem Land leben immer noch viele Menschen 50 oder mehr Kilometer vom nächsten Supermarkt entfernt, da macht die Großpackung Sinn. Obwohl heute mehr Menschen in der Nähe von Supermärkten leben als früher, ist die Gewohnheit, zu Großpackungen zu greifen, geblieben.

Kanadische Einkaufswagen haben einen Schieber um das Geldstück einzuschiebenNach mehreren Einkäufen haben wir auch das Geheimnis der Einkaufswagen gelüftet.  Wir hatten immer versucht, wie gewohnt das Geldstück in den entsprechenden Schlitz zu schiegen. Doch das ging nicht rein. Bis wir feststellten, dass man den Riegel an der Kette, die am eigenen Wagen rumbaumelt benutzen muss, um das Geldstück einschieben zu können.  Was man noch nie gesehen hat, erkennt man manchmal einfach nicht – auch wenn es vor der Nase baumelt und selbst wenn es groß draufsteht.

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