Gründe für Geotagging

Bei Reisen ist das Registrieren von Ortsdaten sehr hilfreich, kann man im nachhinein leichter nachvollziehen, wo die Fotos entstanden sind. Werden Fotos an einem bestimmten Ort über mehrere Jahre hintereinander aufgenommen, können diese mit Hilfe der GPS-Daten schneller gefunden werden.

Wie kommen diese Informationen in ein Digitalfoto? Prinzipiell gibt es drei Wege:

 

  1. Eine Kamera mit integriertem GPS
  2. Ein GPS-Logger, der die GPS-Daten aufzeichnet
  3. Eine Software, die die Daten nachträglich einfügt.

Am einfachsten sind die ersten beiden Varianten, da nicht nachträglich aufwendig die Orte gesucht und zugeordnet werden müssen. Die meisten Smartphones mit eingebauten GPS (z.B. iPhone) speichern die GPS-Daten mit den Bildern. Es gibt inzwischen auch immer mehr Kompaktkameras mit integriertem GPS-Empfänger.

Spiegelreflexkameras

Solmeta N3 für NikonBei Spiegelreflexkameras wird es allerdings komplizierter. Man benötigt einen externen GPS Logger und je nach Modell müssen die Daten nachträglich auf dem Computer in die Bilddateien eingelesen werden. Bei einigen Nikon Kameras können die GPS-Empfänger mit der Kamera verbunden werden, so dass die Daten direkt mit dem Foto gespeichert werden (z.B. Solmeta Geotagger) – was am einfachsten ist.

Jobo photoGPS (hier das ältere Modell 2)Canon ist dieser Entwicklung leider noch nicht gewachsen. Um direkt bei der Aufnahme die Daten in ein Foto speichern zu können, benötigt man den Wireless-Transmitter (WTF) von Canon, der relativ teuer ist und in diesem Fall nur als Adapter dient. Hier ist es sinnvoller, einen externen GPS-Logger zu verwenden. Seit Jahren verwende ich den Jobo photoGPS. Das Gerät wird auf den Blitzschuh der Kamera geschoben und speichert die Daten intern. Leider hat es Jobo auch bei der neuesten Generation nicht geschafft, eine Fixierung (z.B. Feststellschraube) zu konstruieren, so dass der Jobo photoGPS sehr leicht von der Kamera fällt. Er ist zwar recht robust und übersteht einige Stürze, mein erster ist allerding irgendwann kaputt gegangen, als jemand versehentlich draufgetreten ist.

Die einzige Canon-Kamera, die GPS-Daten direkt speichern kann wird die neue Canon EOS-1D X. Allerdings kostet die Kamera ca. 7.000 € und kommt ohne Objektiv und GPS-Modul GP-E1. Das kostet dann Extra. Die Preise sind noch nicht bekannt, da die Kamera erst Ende März 2012 auf den Markt kommt.

GPS mit Kompass

Übrigens gibt es auch GPS Logger mit eingebautem Kompass (z.B. Solmeta oder Canon GPS-Modul GP-E1), mit dem auch die Blickrichtung der Kamera gespeichert wird. Es gibt bereits Projekte, bei denen anhand dieser Informationen und der gewählten Brennweite sogar der Blickwinkel auf der Karte angezeigt werden kann – das ist aber noch Zukunftsmusik.
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