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Spurenlesen – spannender als ein Krimi

Bärentatzen-Abdruck im matischigen BodenCatherine Reynolds hebt ein Stück eines Hirschgeweihs vom Boden auf und erklärt, dass Hirsche jedes Jahr ihr Geweih abstoßen. Zwei kleine Einkerbungen identifiziert sie als Spuren von Hirschzähnen, die an diesem Geweihstück geschabt haben. Weibliche Tiere tun das, um Kalzium zur Milchproduktion zu bekommen, männliche Tiere brauchen das Kalzium zum Aufbau ihres Geweihs. Christine führt Touristen durch den Waterton Lakes National Park in Alberta und lehrt wie aufregend Spurensuche nach tierischen Häufchen, Fußabdrücken, Kratzspuren und vielem mehr sein kann. Sie geht dabei vor wie eine Detektivin.

Tierische Hinterlassenschaften

Catherine Reynolds führt Touristen auf einem Wildwechselpfad durch den Waterton Lakes National ParkCatherine führt die Gruppe des Workshops Poop, Paws and Pathways (Häufchen, Pfoten und Pfade) auf einem Wildwechselpfad in den Wald hinein. Dabei erklärt sie uns wie der Kot verschiedener Tiere aussieht. Die Hinterlassenschaft von Tieren der Hirschfamilie, wie Maultierhirsche, Wapitis und Elchen vergleicht sie mit schokoladeüberzogenen Trockenfrüchten von Rosinen- bis Mandelgröße. Naja, man muss es ja nicht gleich essen...

Catherine zeigt uns ausgefranste Enden von Sträuchern, an denen ein Hirsch abgebissen hat, während Mäuse oder Eichhörnchen die Äste glatt abbeißen.  An einem Espenstamm findet sie Spuren von Zähnen eines Hirsches und wir treffen auf Kot von Bären, zu erkennen, an den darin enthaltenen Beerensamen.

Ist der Boden feucht, matschig oder sandig, kann man gut nach Fußabdrücken Ausschau halten. Wir sollen darauf achten, ermahnt die Führerin, die Spuren nicht zu zertreten, damit andere sie auch noch lesen können.

Tod im Dickicht

Haare des Fells eines Wapiti Hirsches und Reste des Schädels.Der spannendste Fund an diesem Tag ist das Entdecken eines „Mordes“, wie die Wildtierkriminologin das Geschehen –nicht ganz ernst gemeint - umschreibt. Zuerst finden wir einen Schulterblattknochen, wahrscheinlich von einem Wapitihirsch. Ein Stück weiter im Gras liegt ein halber Unterkiefer, nicht weit entfernt treffen wir auf die Knochen eines ganzen Beines. Und dann entdeckt Catherine den Ort des Geschehens. Unter einem Strauch liegt der Schädel eines Hirsches. Der Boden ist übersät mit feinen Haaren. Allerdings ist das für den Ungeübten kaum zu erkennen, doch nachdem uns die Fachfrau darauf hinweist, sehen auch wir es. Nun ist es sicher, die Farbe des Felles deutet darauf hin, dass das Opfer ein Wapiti Hirsch ist. Der Täter war ein Puma (Berglöwe, Cougar), diese Tiere entfernen das Fell ihres Opfers, bevor sie es verspeisen. An einem Baum sind Kratzspuren von einem Bären zu sehen, vielleicht, so meint Catherine, habe sich eine Bärenmutter mit Jungem über die Reste hergemacht und die beiden wurden vom Cougar überrascht, der nach einer Fresspause doch noch mal Hunger hatte. Möglicherweise habe sich der junge Bär auf den Baum geflüchtet, interpretiert die Spurenleserin das Geschehen.

Waterton Wildlife Festival

Fußabdruck eines Hirsches im matschigen Boden.Während des  jährlich im September stattfindenden Wildlife Festivals im Waterton Lakes National Park habe ich an diesem sehr interessanten Kurs „Poop, Paws and Pathways“ teilgenommen. Und er hat mir eine neue Welt eröffnet. Es ist unglaublich spannend, Spuren zu lesen und zu wissen: dieses oder jenes Tier war an der Stelle, an der ich mich gerade befinde. Mindestens genauso spannend wie tatsächlich auf ein wildlebendes Tier zu treffen. Ebenso ist es sehr nützlich diese Zeichen zu kennen, wenn man auf Tiere treffen will. Auf jeden Fall ist so ein Kurs oder die Beschäftigung mit Spuren und Hinterlassenschaften von Tieren unbedingt für alle zu empfehlen, die sich in Gegenden bewegen, in denen Wildtiere leben.

Links:
www.watertonwildlife.com - Waterton Wildlife Festival

www.pc.gc.ca/pn-np/ab/waterton/index.aspx - Offizielle Internetseite des Waterton Lakes National Park

www.watertonpark.com - Infoseite über den Waterton Lakes National Park

Zusätzliche Informationen